KESO 2000S

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Dieser Artikel soll die Zylinder von Typ 2000S der Marke KESO behandeln. Alle Zylinder vom Typ Keso sind sich recht ähnlich, so dass vieles aus diesem Artikel auch für andere Keso-Modell zutrifft. Die Marke Keso gehört der ASSA ABLOY Austria GmbH.

Bild 1: Seitliche Ansicht des Keso 2000S

Inhaltsverzeichnis

Das Gehäuse

Das Gehäuse des Keso 2000S ist komplett aus Hartmetall gefertigt. Es ist modular, und lässt sich dadurch in 5mm-Schritten verlängern. Die Zylinderhälften werden von einer sehr stabilen Brücke zusammengehalten, welche mit einem Bolzen gesichert wird. Siehe Bild 2.

Bild 2: Der Zylinder ist Modular aufgebaut.

Das Auseinanderreißen des Zylinders ist fast unmöglich. Meist reißen die Zugschrauben ab oder sie brechen. Es gibt allerdings seit kurzen Spezialzuschrauben von Wendt, die diesen Zylinder bewältigen können sollen. Sie nennen sich ZIEH-FIX Zugschrauben "Pittbull" und haben eine blaue Farbmarkierung.
Alternativ kann man versuchen, ein kleines Stückchen Hartholz in den Schließkanal zu schieben, so ist es manchmal möglich mit eigentlich zu keinen Schrauben einen Zylinder zu zerstören.
Das Auffräsen den Zylinders ist möglich, aber zeitaufwändiger als bei normalen Zylindern aus Messing. Das Material bietet dem Fräser großen Widerstand, außerdem muss relativ viel Material entfernt werden, bis der Kernt gedreht bzw. entfernt werden kann.

Zur Übersicht der Geäuse und Schlüsselformen siehe: KESO 2000 Übersicht

Grundprinzip

Der Keso 2000S ist ein Bohrmulden-Schließzylinder mit drei Stiftreihen und Wendeschlüssel. Jede Stiftreihe kann bis zu 5 Stifte enthalten.

Bild 3: Zeichnung des Keso 2000S

So können maximal 15 Stifte im Zylinder verbaut werden. Minimal werden 10 Stifte verbaut. Der Kern des 2000S hat immer 15 Löcher und im Gehäuse sind auch immer 15 Federn und 15 Gehäusestifte (Ausnahme bei 10 Stiften, siehe unten). An Positionen die nicht genutzt werden, werden sog. Flachbolzen bestückt. Diese haben keine Spitzen, der Stift ragt nicht in das innere des Profils. Die Version mit 10 Stiften hat oben 5 Flachbolzen. Dann ist die Messingleiste nicht gelocht und es werden keine Gehäusestifte und Federn oben verbaut. Siehe Bild 4, mitte.

Da die Messingleisten mit den Bohrungen nicht sehr dick sind, werden die Federn beim Keso 2000S bei starker Kompression komplett in den Gehäusestift gedrückt. Dieser ist dazu innen hohl. Die Feder wird auf einen kleinen Stumpf im inneren des Stifts gesteckt, und bleibt so am Stift hängen. Dies ist in Bild 5 gut zu erkennen, wenn man es anklickt und vergrößert.

Bild 4: Keso 2000 mit 10 Stiften

Die Kernstifte des 2000S sind am Ende etwas dicker, die Bohrung im Kern ist entsprechend so, dass die Feder den Stift nicht zu weit in das innere des Kerns drücken kann.

KESO2000S Stifpositionen.jpg

Um die Bestückung zu vereinfachen, sitzen die Gehäusestifte des 2000S in drei gelochten Messingleisten. Die Leiste für die obere Reihe ist Symmetrisch, die links und rechts sind es nicht. Links wird die Leiste mit dem Löchern in Richtung Kupplung eingesetzt, rechts ist der erste Stift bzw. das erste Loch ganz vorn. Durch dieses System sind alle Stiftreihen zueinander leicht versetzt. So greifen die Spitzen der Stifte im inneren ineinander und erschweren so das picken. Außerdem wird so verhindert, dass man den Schlüssel in einer anderen Position abziehen kann.

Bild 5: Ein Keso 2000S komplett zerlegt.

Da seitlich immer die obere Bohrmuldenreihe abgetastet wird, müssen die Bohrmulden für die rechte und für die linke Stiftreihe jeweils oben und unten eingefräst werden. Die Bohrmulden überlappen sich dabei stark. Dies macht das optische auslesen des Schließcodes sehr schwer, siehe Bild 6 und Bild 8.

Bild 6: Überlappende Bohrungen.

Alle 2000S-Gehäuse haben 4 Fräsungen, drei nehmen die gelochten Messingleisten mit Gehäusestiften und Federn auf. Bei älteren Modellen enthält die untere Fräsung einfach eine Messingleiste ohne Löcher. Bei neueren Modellen sind unten zwei gefederte Platten und ein Abschlussstück vorn. Siehe Bild 5 und Bild 7.

Bild 7: Ansicht hinten.

Stufenbohrungen

Das S in der Typenbezeichnung steht für das Wort Stufenbohrung. Eine Stufenbohrung ist nicht Kegelförmig, wie die anderen. Es gibt verschiedene Formen von Stufenbohrungen. In Bild 8 sind in der unteren Reihe zwei Stufenbohrungen zu sehen, oben steckt der passende Stift in der Bohrung. In Bild 5 ist in der unteren Reihe auf Position 2 ein S-Stifte zu sehen.

Bild 8: Der Schlüssel des Keso 2000S.

Die Stufenbohrungen werden auch dazu benutzt, Schließanlagen zu codieren. Normalerweise werden mehrere Schließungen durch unterteilte Stifte realisiert, dafür sind die Sifte des 2000S aber zu klein. Die Codierung erfolgt hier anders. Hat ein Zylinder auf einer Position einen normalen Stift mit einer kegelförmigen Spitze, so kann diese in eine kegelförmige Mulde greifen, aber auch in die innere Mulde einer Stufenbohrung. Der Zylinder kann also mit einem Schlüssel mit Stufenbohrung an dieser Stelle und ohne geöffnet werden. Ist im Zylinder an der selben Stelle nun ein S-Stift verbaut, so kann nur noch der Schlüssel mit der entsprechenden S-Bohrung an dieser Position den Zylinder Schließen. In eine normale, kegelförmige Bohrmulde kann der S-Stift nicht vollständig eingedrückt werden. So kann z.B. der Zylinder im Flur nur normale Stifte enthalten und die einzelnen Büro-Zylinder haben an verschiedenen Stellen S-Stifte. So kann jeder den Flurzylinder schließen, aber nicht die anderen Bürozylinder. Ein Schlüssel mit Stufenbohrungen an allen diesen Stellen, schließt dann auch alle Türen.

Es gibt keine Keso-Zylinder mit Teleskopstiften wie beim Mul-T-Lock.

Auseinander- und Zusammenbau

Das auseinander Bauen eines Keso 2000S Zylinders ist weniger kompliziert als der Zusammenbau. Im Wesentlichen sind die gleichen Schritte erforderlich, nur in umgekehrter Reihenfolge. Daher wird hier nur der Zusammenbau erläutert. Ausgehend von einem komplett zerlegten Keso 2000S geht man wie folgt vor:
Die hier beschriebene Technik benötigt keinerlei Spezialwerkzeuge!

  • Schlüssel in den Kern stecken und die obere Stiftreihe bestiften
  • Kern leicht seitlich drehen und die rechte Kernseite bestiften.
  • Die rechte Kernseite mit einem Stück Klebeband abkleben, so fallen die Stifte beim bestiften der linken Seite nicht wieder raus.
Bild 9: Klebeband fixiert die Stifte.
  • Schlüssel herausziehen, Kern senkrecht halten und in das um 45° gekippte Gehäuse einführen. So fällt kein Stift heraus.
  • Gehäuse aufrecht stellen. Der Kern steht nun auf 45° nach rechts gedreht.
  • Messingleiste mit symmetrischen Lochpositionen oben etwa einen Millimeter in den Kern schieben.
  • Vordersten Gehäusestift mit Feder in das erste Loch legen. Das Loch ist unten durch den Kern verschlossen. Siehe Bild 10.
Bild 10: Stift in der Messingleiste.
  • Feder nieder drücken und die Leiste ein Loch weiter in das Gehäuse schieben.
  • So fortfahren, bis alle 5 Positionen bestückt sind.
  • Den Kern vorsichtig auf die Seite legen.
  • Mit der selben Technik rechte und linke Seite bestücken. Einschubrichtung der Messingleisten beachten! Links sind die Löcher zur Kupplung hin versetzt.
  • Bei neueren Zylindern muss zuerst ein kleiner Abstandshalter eingeschoben werden, danach die zwei doppelt gefederten Leisten. (Siehe Bild 5.) Ältere Zylinder haben unten nur eine ungelochte Messingleiste, welche keine Federn oder Abstandshalter erfordert. Sie kann einfach eingeschoben werden.
  • Messingring über das Ende des Kerns schieben und seitlich eindrücken. So können die Messingleisten nicht nach hinten raus fallen.
  • Schließnase und Kupplungsstück auf eine Zylinderseite aufstecken, Brücke einschieben und andere Seiten aufschieben.
  • Haltebolzen sanft einschlagen.

Weblinks

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