JVA-Zellenschloss 1

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Basisdaten
Marke: Beyer&Müller (BMH)
Schlosstyp: Chubbschloss
Anzahl und Lage der Zuhaltungen: 4 übereinander
Profil: Nutbart
Schlüssel: siehe untenstehendes Foto
Besonderheiten:

Nur einseitig schliessbar. Durch den auf der Oberseite des Kastens herausragenden Schieber wird der Schliesszustand angezeigt

Pickverhalten: Durch die Verzahnung der Zuhaltungen mit dem Tourstift und die abgerundeten Kanten ist es sehr schwierig, eine Zuhaltung zu setzen, ohne dass andere, bereits korrekt eingeordnete, zurückspringen. Man muss daher mit mehreren Haken arbeiten( einer zum Spannen, max. 3 zum Festhalten, einer zum Heben, das grosse Schlüsselloch machts möglich). Ausserdem erschwert der Reifen um das Schlüsselloch das Erfassen des Riegels. In der Praxis werden für derartige Schlösser mit wenigen Zuhaltungen Sperrhakensätze verwendet, die in der hier erforderlichen Grösse allerdings nicht marktüblich sind.

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Auf Grund von Sicherheitsmängeln werden Schlösser dieser Bauart im JVA-Betrieb heute meist nicht mehr verwendet. In wenigen, sehr alten Gefängnisbauten oder anderen Gewahrsamseinrichtungen sind sie möglicherweise noch anzutreffen.

Nachtrag: Vom gleichen Hersteller gab es noch ein ähnliches Schloss mit Schnellverschluss, hierbei ist zum eintourigen Verriegeln kein Schlüssel erforderlich, wieder geöffnet werden kann aber nur mit Schlüssel. Durch Linksdrehung des Handgriffs werden 4 der 6 Zuhaltungen eingeordnet, wodurch der federbelastete Riegel eine Tour aus dem Schloss schnellt. Die Durchgänge der beiden mittleren Zuhaltungen sind auf der ersten Tour so geformt, dass der Riegel ohne Schlüssel zwar vorgeschoben aber nicht wieder zurückbewegt werden kann. Die zweite Tour ist nur mit dem Schlüssel schliessbar. Die Sicherheit gegen Aufsperren ist bei diesem Schloss gering, zum einen durch die paarweise Anordnung gleich codierter Zuhaltungen und zum andern dadurch, dass durch Drehung des Griffs bereits 4 Zuhaltungen entsperrt werden, so dass letztlich nur die beiden mittleren als Sicherung übrigbleiben.

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Verfasser: Retak