Montageanleitung für Zeiss-Ikon Zylinder mit Klauenkupplung

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Zeiss Ikon .531 Montage


Demontage- und Montageanleitung für Zeiss Ikon-Zylinder mit Klauenkupplung

Zur Montage des Zylinders sind folgende Hilfsmittel erforderlich:

Eine Pinzette, zwei Montageklammern, einen spitzen Hilfshaken und einen Hilfsring.

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Sehr praktisch ist auch eine solche Messingstange mit eingefräster Nut, die den Durchmesser eines Zylinderkerns hat.

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Zur Demontage des Zylinders ist zunächst bei abgezogenem Schlüssel mit dem Hilfshaken der Mitnehmerstift im Schließbart anzuheben und der Schließbart so weit zu drehen, bis die Bohrung in der Bartnabe das Halteplättchen freigbt. Dieses ist mit Hilfe der Nadel herauszunehmen.

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In den Zylinderkern, der der Bohrung im Schließbartprofil zugewandt ist, also nicht die Seite, auf der das Halteplättchen entfernt wurde, einen zugehörigen Schlüssel stecken und um 180° drehen. Anschließend den Schlüssel festhalten und den Schließbart um 180° drehen. Dabei rastet der Schließbart wieder ein und muss erneut ausgerastet werden. Mit dem spitzen Hilfshaken nun durch die Bohrung die Verkrallung lösen, das heißt, die sichtbare Trennfuge bis zum Anschlag zu erweitern.

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Der Zylinderkern kann jetzt aus dem Zylinder herausgezogen werden.

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Die im Zylindergehäuse verbliebenen Stifte und Federn vollständig entfernen und gut weglegen.

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Den im Zylindergehäuse verbliebenen Zylinderkern mit passendem Schlüssel um 180° drehen und aus dem Zylindergehäuse ziehen. Wenn vorhanden, kann von der anderen Seite die Messingstange nachgeschoben werden. Diese sollte seitlich eine Bohrung haben, so dass der Zylinderkern bündig an die Messingstange anschließt.

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So wird verhindert, dass die Gehäusestifte und Federn aus dem Gehäuse fallen, was besonders dann wichtig ist, wenn man nicht weiß, an welcher Stelle sich die Aufbauplättchen im Gehäuse befinden. Nachdem auch der zweize Zylinderkern entfernt ist, können die Stifte durch Zurückschieben der Messingstange einzeln vorsichtig entfernt werden.

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Zur Montage des Zylinders muss zunächst das Gehäuse auf beiden Seiten wieder mit den Federn und den Gehäusestiften befüllt werden. Auch dazu eignet sich die Messingstange wieder sehr gut. Falls keine vorhanden ist, kann man auch ausschließlich die Montageklammern benutzen.

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Wenn das Zylindergehäuse komplett befüllt ist, können beidseitig die Montageklammern eingeschoben und die Messingstange entfernt werden.

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Die Zylinderkerne unterscheiden sich voneinander. Es gibt einen vollen Kern und einen abgeknackten Kern.

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Zur weiteren Montage die Zylinderkerne mit den Kernstiften befüllen. Mit Hilfe des eingesteckten Schlüssels kontrollieren, ob alle Stifte richtig sind.

Den vollen Zylinderkern nun auf der Seite in die Klaue einsetzen, auf der diese weniger ausgespart ist.


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Halbschale auflegen und den Kern mit den Stiften befüllen.

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Nun muss der Hilfsring in den Schließbart eingebracht werden.

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Zylinderkern mit Klaue und Halbschale über die Montageklammer in das Zylindergehäuse schieben, bis die Klaue den Rand der Schließbartaussparung erreicht hat.

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Den Schließbart nun in die Schließbartaussparung halten und den Zylinderkern weiter ins Gehäuse schieben. Dabei darauf achten, dass die Bohrung im Schließbart, durch die der Mitnehmerstift zu sehen ist, zum gerade eingeschobenen Zylinderkern zeigt und die Klaue auf den Mitnehmerstift geschoben wird und den Hilfsring aus dem Schließbart schiebt. Der Schließbart sollte dabei eine 45°-Stellung haben.

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Den Hilfsring auf der anderen Seite entnehmen. Mit der Schlüsselspitze jetzt den Kern leicht drehen, die Montageklammer herausziehen und den Kern weiterdrehen, bis die Gehäusestifte einrasten. Den Schließbart drehen, bis der Mitnehmerstift einrastet.


Nun von der offenen Seite die Kupplung in die montierte Klaue schieben.

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Dazu vorsichtig den Schließbart hin und her bewegen, bis sich die Kupplung vollständig einschieben lässt.


Anschließend noch die gegeneinadergefederten Stifte der Aufsperrsicherung in die mittlere Bohrung setzen.

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Den abgeknackten Zylinderkern in die Hakenschale setzen und ebenfalls befüllen.

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Den Zylinderkern über die Montageklammer ins Gehäuse schieben. Dabei liegt die Nut der Hakenschale auf der Montageklammer. Wichtig! Bevor der jetzt eingeschobene Zylinderkern verdreht wird, muss auf der bereits montierten Seite ein Schlüssel eingeschoben werden. Dieser bewegt die Kupplung in die richtige Position. Jetzt den gerade montierten Zylinderkern leicht verdrehen und die Montageklammer herausziehen. Den Kern vorsichtig weiterdrehen. Der Schließbart darf vom zuletzt montierten Kern nicht mitgenommen werden. Wenn ein Schlüssel auf der anderen Seite eingesteckt ist, wird das auch nicht passieren. Wird der Schließbart nicht mitgenommen, Zylinderkern weiterdrehen, bis die Gehäusestifte einrasten.


Den Mitnehmerstift im Schließbart anheben und Schließbart drehen, bis die Bohrung im Schließbart die Aufnahme Halteplättchens freigibt. Mit dem Hilfshaken die Teilbohrung freimachen. Die Hakenschale wird hierdurch bis zum Anschlag gedreht und die Verkrallung geschlossen. Das Halteplättchen, in die eben auseinandergedrückte Bohrung einlegen. Die abgeflachte Seite des Plättchens muss unten liegen.


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Den Schließbart in 90°-Stellung bringen, bis der Mitnehmerstift eingerastet ist. Der Zylinder ist jetzt fertig montiert.


Wenn ein Montageschlüssel zur Verfügung steht, kann auch zuerst der Zylinderkern herausgenommen werden, der auf der Seite ist, die dem Halteplättchen am nächsten liegt, im Bild oben die rechte Seite. Dazu von der linken Seite einen normalen Schlüssel einschieben, der die Kupplung in Arbeitsstellung bringt. Das Halteplättchen entnehmen und den Montageschlüssel auf der rechten Einstecken und um ca. 175° drehen. Montageklammer einschieben und Schlüssel weiter drehen bis auf 180°. Den Schließbart weiter nach unten drehen, bis die Trennfuge sichtbar wird. Diese mit dem Hilfshaken erweitern. Der Kern auf der rechten Seite kann jetzt herausgezogen werden.


Grundsätzlicher Aufbau

Die Klaue hat zwei unterschiedlich ausgeführte Seiten. Die eine Seite ist etwas weniger ausgespart.

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In diese Seite wird der volle Zylinderkern eingelegt und mit der Halbschale abgedeckt. Dieser Zylinderkern ist mit der Klaue verbunden und lässt sich nur mit der Klaue gemeinsam aus dem Zylinder ziehen oder in den Zylinder einschieben. Bei der Demontage wird also immer entweder der volle Zylinderkern mit der Klaue aus dem Zylinder gezogen, oder der abgeknackte Kern ohne die Klaue.


In die Seite mit der größeren Aussparung kommt der abgeknackte Zylinderkern.

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Hier die beiden Zylinderkerne und die Ansicht, auf welche Seite der Klaue sie gehören.

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Wenn der abgeknackte Zylinderkern um 180° verdreht in der Klaue ist, lässt er sich aus der Klaue herausziehen.

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Die Hakenschale liegt dann genau auf der oberen Hälfte des Kerns.


Der Kern kann aus der Klaue herausgezogen werden.

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Verhindert wird das Herausziehen nur durch die Hakenschale, die dann über der unteren, nicht abgeknackten Hälfte, des Kerns liegt und in die Klaue eingehakt und mit dem Plättchen gesichert ist.

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Im eingehakten Zustand der Hakenschale wird der Zylinderkern festgehalten und kann nicht aus der Klaue herausgezogen werden.


Das eingelegte Halteplättchen sorgt dafür, dass die Hakenschale mit der Klaue verkrallt bleibt.

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Wird das Halteplättchen entfernt, so kann die Hakenschale verdreht werden und wird mit dem Zylinderkern aus der Klaue herausgezogen.

Bei Zylindern, die beidseitig verlängert sind, wird die Hakenschale von einem kleinen Stahlstift gehalten. Das Halteplättchen sorgt dann dafür, dass der Stahlstift in der Hakenschale verbleibt.


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Beidseitig verlängerte Doppelzylinder


Bei beidseitig verlängerten Doppelzylindern liegt das Halteplättchen etwas versetzt nach unten. Der Schließbart muss fast ganz in das Zylindergehäuse eintauchen.


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Nachdem das Halteplättchen herausgenommen wurde, muss der Zylinder nach links gedreht werden, so dass der Kern mit dem Halteplättchen oben ist und vorsichtig einige Male aufgeschlagen werden, so dass der Stahlstift nach untern fallen kann und so die Hakenschale freigegeben wird.

Die Demontage erfolgt nun auf gleiche Weise wie oben beschrieben. Wenn der Zylinderkern sich nicht gleich herausziehen lässt, vorsichtig am Schließbart hin und her wackeln.



Montage des verlängerten Doppelzylinders


Die Montage des verlängerten Doppelzylinders gestaltet sich also folgendermaßen:


Zylindergehäuse beidseitig mit Federn und Gehäusestiften befüllen und mit Montageklammern sichern.


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Feder und Mitnehmerstift in den Schließbart einlegen und mit dem Hilfsring gegen Herausfallen sichern. Den Hilfsring dabei so einsetzen, dass der Schließbart eine Stellung von 45° hat, wenn die Öffnung des Hilfsringes nach unten zeigt.

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Den nicht abgeknackten Kern vollständig mit Stiften befüllen. Mit passendem Schlüssel überprüfen, ob die Stifte richtig sind.

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Die Klaue seitlich auf den Zylinderkern schieben.

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Klaue um 90° verdrehen.

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Halbschale auflegen.

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Den in die Klaue gelegten Kern über die Montageklammer in das Zylindergehäuse schieben.

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So weit in das Zylindergehäuse schieben, bis die Klaue an der Schließbartaussparung des Zylindergehäuses ankommt.

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Den Schließbart in einem Winkel von 45° in die Schließbartaussparung halten und den Zylinderkern vollständig einschieben. Die Klaue schiebt dabei den Hilfsring aus dem Schließbart. Der Schließbart muss so eingesetzt werden, dass die Bohrung im Schließbart, in der der Mitnehmerstift sichtbar ist, zum gerade eingesteckten Zylinderkern zeigt. Der Schließbart muss so gehalten werden, dass die Klaue mit dem vorderen Teil auf den Mitnehmerstift geschoben wird.

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Den jetzt vollständig eingeschobenen Zylinderkern leicht verdrehen und die Montageklammer herausziehen.

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Nun den Kern vollständig drehen, bis die Gehäusestifte einrasten. Den Hilfsring auf der offenen Seite aus dem Zylindergehäuse entnehmen.

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Die Kupplung auf die Klaue schieben.

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Da es sich um einen beidseitig verlängerten Zylinder handelt, muss jetzt der Stahlstift in die untere linke Nut eingeschoben werden.

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Den abgeknackten Kern vollständig mit Stiften befüllen. Mit passendem Schlüssel auf Richtigkeit überprüfen.


Die Hakenschale unter den Zylinderkern legen.


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Den in die Hakenschale gelegten Kern über die Montageklammer in das Zylindergehäuse schieben. Die Nut der Hakenschale liegt dabei auf der Montageklammer.

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Bevor der jetzt eingesetzte Kern verdreht wird, in den zuerst montierten Kern einen Schlüssel einstecken, so dass die Kupplung betätigt wird und der Schließbart vom zuerst montierten Kern betätigt wird. Das ist wichtig, da ansonsten die Klaue vom zuletzt eingesteckten Kern mitgedreht wird, was nicht der Fall sein darf.

Wenn kein Schlüssel vorhanden ist, Zylinder mit dem zuletzt montierten Kern nach unten halten und ein wenig schütteln, bzw. mit einem Schonhammer vorsichtig darauf schlagen, so dass die Kupplung auf den zuletzt montierten Kern fällt. Den Kern dabei festhalten, damit er nicht wieder herausfällt.

Wie bereits beim ersten Zylinderkern, den Kern leicht verdrehen, die Montageklammer entnehmen und den Kern vollständig drehen, bis die Gehäusestifte einrasten.


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Beim Drehen des Kerns nochmals sicherstellen, dass der Schließbart nicht mitgenommen wird. Dieser muss mit dem zuerst montierten Kern verbunden sein.


Wenn der zweite Kern in seine Grundstellung gebracht wurde, muss die Hakenschale noch gesichert werden. Dazu den Zylinder mit dem zuletzt montierten Kern nach unten halten und vorsichtig aufschlagen, bis der Stahlstift nach unten fällt. Dieser muss jetzt durch die Bohrung im Schließbart sichtbar sein. Den Schließbart dazu in eine Stellung bringen, in der er fast ganz in den Zylinder eintaucht. In dieser Stellung muss das Halteplättchen montiert werden.


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Den Stahlstift jetzt mit der Hilfsnadel oder einem kleinen Schraubenzieher nach rechts schieben. Darauf achten, dass er nicht wieder nach links fällt, und das Halteplättchen einsetzen.

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Anschließend noch den Schließbart in die gewünschte Stellung bringen, bis der Mitnehmerstift einrastet.


Der Zylinder ist jetzt fertig montiert.



Autor und Fotos: gs33

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